TV Eiche Dingelbe e.V. von 1912

 

Es begann damit, dass im Jahre 1912 in dem damals 650Einwohner zählenden Dorf Dingelbe einige junge Männer sich turnerisch betätigen wollten. Da­mals wie heute stand am Beginn einer Gemeinschaft die Erledigung von "Re­gularien" wie Bildung eines vorbereitenden Vorstandes, Ausarbeitung von Statuten usw. Vorsitzender dieses Vorstandes wurde Heinrich Holze.

 

Am 8. Juni 1912 um 2l.00 Uhr trafen sich die jungen Turner in der Gast­stätte Lütje zu ihrer Gründungsversammlung. Die Statuten wurden gebil­ligt und folgender Vorstand gewählt:

Präsident: Heinrich Holze

Vizepräsident: Fritz Holze Schriftwart: Christel Koch

Kassenwart: Franz Kanne

Turnwart: Emil Ratzog

Vizeschriftwart: Theodor Wolpers

Vizekassenwart: Christel Lütje.

Man wollte das Eisen schmieden solange es heiß war und lud die inter­essierten Bürger des Dorfes zu einer öffentlichen Versammlung am 13. Juni 1912 in die Gaststätte Lütje ein. In dieser Versammlung traten von 24 anwesenden Bürgern der Gemeinde sofort 23 dem Verein bei; damit stand der Verein, dem zunächst der Name

"Gut Heil"

gegeben wurde.

Nach Anschaffung von 3 Kokosmatten beginnt, nach einem von Lehrer August Klene ausgearbeitetem Turnstundenplan, ein reges turnerisches Leben.

Nach Anschaffung einheitlicher Turnkleidung (lange weiße Hose, weißes Turn­hemd und roter Gürtel) bereiten sich alle Mitglieder unter Leitung der 6  gewählten Vorturner auf die erste Werbe-Turn-Veranstaltung des Vereins am 12. Januar 1913 vor, die ein großer Erfolg wird und dem Verein weite­re Mitglieder zuführt.

Es gibt in diesem Verein nur aktive Sportler und diese wollen in den Turnstunden beschäftigt werden; der Vorstand nimmt daher im April 1913 Verhandlungen zum Kauf eines Pferdes auf Raten und Anpachtung eines Spielplatzes auf. Das Pferd wird gekauft, der Wunsch nach einem Spiel­platz für den Verein lässt sich nicht verwirklichen, weil das angebotene Land zu weit vom Dorf entfernt liegt.

Bis zur Generalversammlung am 3. Februar 1914 steigt die Mitgliederzahl auf 48 aktive Turner und 5 Turnfreunde. Bei dieser Generalversammlung wird Lehrer August Klene zum Vizepräsidenten gewählt, der Mann der dem Verein, unterstützt von vielen treuen Mitarbeitern, in den folgenden Jahren Ansehen weit über die Grenzen der Gemeinde Dingelbe verschafft.

Im Jahr 1914 wird (wegen Geldmangels wieder auf Raten) ein Spannreck angeschafft und der Name des Vereins in

Turn Verein Eiche Dingelbe

geändert. Trotz Einberufung von 25 aktiven Mitgliedern und 15 Turnfreunden zum Kriegsdienst wird der Turnbetrieb im Saal der Gastwirtschaft Lütje ordnungsmäßig weitergeführt, ein Verdienst der Männer, die in diesen Jahren, häufig wechselnd, die Führung des Vereins übernahmen.

Unter August Klene, der am 22. Mai 1915 zum Präsidenten gewählt worden war, arbeiteten als Vorstandsmitglieder in diesen Jahren Hermann Ploppa, Josef Holze, Franz Kanne, Ferdinand Köhler, Otto Strube, Theodor Hart­mann, Franz Möller, Josef Griese, Franz Henze.

 

Die erste Generalversammlung des Vereins nach dem 1. Weltkrieg steht ganz unter dem Eindruck der Auswirkungen dieses Krieges; 8 Turner sind gefal­len, 4 Turner sind noch in Kriegsgefangenschaft~ wegen Verwundungen und des schlechten körperlichen Zustandes der zurückgekehrten Turner kann noch nicht wieder mit dem Turnbetrieb begonnen werden.

Vor dem neugewählten Vorstand

Präsident: Lehrer Klene

Vizepräsident: Konrad Hagemann

Turnwart: Georg Tapper

Schriftwart: Ferdinand Köhler

Vizeschriftwart: Josef Köhler

Kassenwart: Heinrich Koch

Vizekassen­wart: Josef Hartmann

liegt die schwere Aufgabe des Neuaufbaues des Ver­eins.

Man begann wieder mit 18 aktiven Turnern, 13 Turnfreunden und 3 Ehren­mitgliedern und führte am 14. September 1919 auf der Gutswiese eine Wer­beveranstaltung durch, die ein voller Erfolg wurde. Die Mitgliederzahlen stiegen auf 26 aktive Turner, 15 Turnschüler und 15 Ehrenmitglieder. Wieder entwickelt der Verein ein reges turnerisches Leben, welches jetzt schon auf' Bewegungssport und Sportspiele ausgedehnt wird. Die Verant­wortung für die Ausbildung der Turner und Turnschüler tragen unter Lei­tung des Turnwartes Georg Tapper die Vorturner Heinrich Holze, Josef Hartmann und Hermann Ploppa. Die Arbeit dieser Männer fand ihren schön­sten Lohn in der erfolgreichen Teilnahme der Turner aus Dingelbe an Turn und Sportfesten der näheren und weiteren Umgebung. Der Verein nimmt z.B. 1920 erfolgreich am Steinberglauf in Hildesheim und an weiteren 7 Turn und Sportfesten befreundeter Vereine teil.

Für das Jahr 1921 plante der Verein gemeinsam mit dem Bergmannsverein das Fest der Fahnenweihe und bestellt als Festleiter für die Gestaltung des Festes Christel Koch. Zu einer Fahnenweihe gehört zunächst eine Fahne; obwohl am 13. März 1921 am Anschaffungspreis dieser Fahne noch l.20o Mark fehlen, gelingt es bis zum Fest am 19. und 20. Juni 1921 noch eine Fahne für 2.300 Mark anzuschaffen. 1.473 Mark von dieser Summe sind von den Ehrendamen und anderen Einwohnern gespendet worden.

Das gut gelungene Fest der Fahnenweihe ist noch Jahre später in aller Munde. Ein gut gelungenes Fest spornt immer zu Leistungssteigerungen an und so ist auch das Jahr 1922 für den Verein in jeder Hinsicht ein er­folgreiches Jahr.

Aus dem Veranstaltungskalender dieses Jahres ersehen wir folgendes:

14. 5. 1922 Jugendwett-Turnen des gesamten Vereins auf dem Brink­platz

28. 5. 1922 Teilnahme am Wett-Turnen in Lengede (Heinrich Koch, Willi Küster und Heinrich Holze errangen Preise)

5. 6. 1922 25 Turner nehmen an der Fahnenweihe des Turnver­eines in Himmelsthür teil

25. 6. 1922 Teilnahme am Turnfest in Holle mit 2o Turnern 10. 9· 1922 27 Mitglieder nehmen erfolgreich an den Jugend­wettkämpfen des Kreises Marienburg in Kemme teil

7. 12. 1922 Lichtbildabend für den ganzen Verein über Natur­denkmale unserer Heimat.

Die beginnende Inflation wirkt sich auch auf die Pläne des Vereins aus; die beschlossene Anschaffung eines Barrens kann trotz erheblicher Er­höhung der Mitgliedsbeiträge nur verwirklicht werden, weil Franz Wolf den Kaufpreis in Höhe von 5.000 Mark leihweise übernimmt.

 

Am 4. März 1923 übernimmt folgender Vorstand die Leitung des Vereins: Präsident: Lehrer Klene

Vizepräsident: Georg Tapper

Turnwart: Willi Küster

Vizeturn- und Spielwart: Heinrich Koch

Schriftwart: Anton Stuke

Vizeschriftwart: Willi Griese

Kassenwart: Josef Hartmann

Vizekassen­wart: Franz Kiel

beratendes Mitglied: Christel Koch

Vorturner: Hein­rich Koch, Franz Kiel, Josef Hartmann.

Abgesehen davon, dass der Turnbetrieb im Jahr 1923 teilweise eingestellt werden muss, weil der Saal in der Gaststätte Lütje nicht zur Verfügung steht, wird die Tätigkeit des Vereins durch die Inflation erheblich ge­lähmt.

Der Kassenwart Josef Hartmann muss dem Verein in der Generalversammlung am 12. März 1924 folgenden Kassenbericht geben:

Einnahmen

Überschuss aus  9.329.24 Mark

Beiträge 1923   2.000,00 Mark

Gesamteinnahmen 18.036,24 Mark

Eintrittsgelder für Lichtbildvortrag 6.707,00 Mark

Ausgaben

Ausgaben 1923 2.524.710,00 Mark

Gesamtausgaben 2.524.710,00 Mark

Erstmalig seit Gründung des Vereins musste ein Kassenwart einen Fehl-Be­stand in der Kasse angeben und dann noch einen von 2.506.673,76 Mark. Resignierend vermerkte Josef Hartmann im Kassenbuch "im Jahre der Papier­flut" für seine treue und schwierige Kassenführung in dieser Zeit wird ihm der besondere Dank des gesamten Vereins ausgesprochen.

Das Mitgliederverzeichnis des Jahres 1925 weist aus, dass alle Mitglieder dem Verein trotz der schlechten allgemeinen Situation die Treue gehalten haben. Dieses treue Festhalten an der Vereinsgemeinschaft ermöglicht die kontinuierliche Fortführung des Turn- und Sportbetriebes. Die Reichs­jugendwettkämpfe dieses Jahres werden vom Verein am 30. August und am

7. September 1925 auf den Vollmerschen Wiesen für den gesamten Kreis Marienburg ausgerichtet:

Fritz Kanne, Josef Kanne, Alex Meier und Hein­rich Kanike erringen Preise.

In diesen Jahren werden überall die Vereine für Bewegungsspiele (Fußball und Handball) gegründet. Diese neue Entwicklung führt selbstverständlich auch beim Turnverein "Eiche" von 1912 e.V. Dingelbe, bei dem das Schwer­gewicht der Tätigkeit beim Geräteturnen liegt, zu einigen Schwierigkei­ten. Als Verpflichtung legt die Generalversammlung am 10. Februar 1926 durch einstimmigen Beschluss fest:

"Wer dem Verein angehören will, muss in erster Linie Turner sein, muss zu den Turnstunden pünktlich erscheinen und mitturnen".

"Wer dem Verein angehören will, muss in erster Linie Turner sein, muss zu den Turnstunden pünktlich erscheinen und mitturnen".

Für das Jahr 1927 legt der neugewählte Vorstand des Vereins fest, dass das Schwergewicht der Arbeit bei dem Sport- und Spieltraining liegen soll. Dieser neue Vorstand

Präsident: Hauptlehrer Klene

Vizepräsident: Christel Koch

Turnwart: Georg Tapper

Vizeturnwart: Rudolf Köhler

Spiel­wart: Willi Küster

Schriftwart: Josef Köhler

Vizeschriftwart: Josef Strube

Kassenwart: Theodor Wolpers

Vizekassenwart: Heinrich Hartmann)

muss sich außerdem mit den Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auseinander­setzen, die vor allen Dingen zu finanziellen Schwierigkeiten des Vereins führen, da die Beitragseinnahmen zurückgehen.

 

Das führt dann u. a. auch dazu, dass 1928 die Turnstunden in den Saal der Gaststätte Himstedt verlegt werden, weil die Unkosten für die Benutzung des Saales der Gaststätte Lütje nicht mehr aufgebracht werden können.

Anfang 1929 scheidet Hauptlehrer Klene, der den Verein seit 1915 als Prä­sident geführt hat, auf eigenen Wunsch aus diesem Amt aus; er wird wegen seiner Verdienste einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt und arbeitet weiter aktiv im Vorstand mit, so fertigt er noch bis zum Jahre 1933 sämt­liche Protokolle der Vorstandssitzungen und Generalversammlungen des Ver­eins.

Die Führung des Vereins übernimmt wieder Heinrich Holze.

Josef Strube, Josef Hinsemann, Josef Köhler, Heinrich Holze und Georg Tapper sind die Männer, die das Schützenfest des Vereins am 21. und 22. Juli 1929 planen und erfolgreich durchführen. Im Mittelpunkt des Festes stehen an beiden Tagen sportliche Wettkämpfe, so findet am 21. Juli 1929 ein großes Schauturnen der Vereine aus Nettlingen, Bettrum, Hoheneggelsen, Garmissen-Ahstedt, Schellerten und Kemme statt.

Das Wett-Turnen der 30 Turner des Turnvereins "Eiche" von 1912 e.V. Ding­elbe am 22. Juli 1929 sah in den einzelnen Gruppen folgende Sieger:

Fünfkampf 1 Gruppe 1: 1. Josef Köhler, 2. Josef Strube,

3. Johannes Kiel, 4. Heinrich Hagemann, 5. Josef Hinsemann

Fünfkampf 2 Gruppe 2: 1. Otto Meier., 2. Heinrich Köhler, 3. Konrad Kohrs, 4. Ferdinand Baule, 5. Josef Bormann

Vierkampf 1. Ferdinand Hartmann, 2. Helmut Fabig, 3, Fritz Liekefett, 4. Josef Wolf,5. Karl Ohse

 

Von den ersten Anfängen ab sahen die Vorstandsmitglieder des Vereins die Aufgaben des Vereins nicht nur auf dem Gebiet der sportlichen Ertüchti­gung, sondern auch auf dem Gebiet der Jugendpflege und Erwachsenenbildung. Neben den Turn- und Sportabenden standen nicht nur regelmäßige Gesangs­abende, sondern auch allgemeinbildende Vorträge, Lichtbildvorträge, Wan­derungen und Heimatausflüge im Programm des Vereins.

Dieses Bemühen um die körperliche und geistige Bildung der Mitglieder kommt auch zum Ausdruck in den Worten, die der Präsident Heinrich Holze in der Generalversammlung am 12. Februar 193o als Richtschnur für die Arbeit des Vereins spricht:

"Ein Turnverein hat nicht nur die einzige Aufgabe Turner, die allerlei halsbrecherische Übungen können, heranzubilden. Der Turnverein ist auch Erziehung, hat auch ganz besonders die Aufgabe, die Mitglieder zu erziehen. Dazu gehören alle guten Eigenschaften und Tugenden, die den Turner bei seinen Mitmenschen angenehm machen, wie Höflichkeit , Hilfsbereitschaft, Geschicklichkeit".

 

Die Jahre 1930 und 1931 sind für den Verein infolge der damaligen wirt­schaftlichen Lage in Deutschland harte Jahre, die nur durch das treue Zusammenstehen aller Mitglieder und des damaligen Vorstandes gemeistert werden konnten. Trotz aller finanziellen Sorgen, die sogar zur Raten­zahlung des Verbandsbeitrages an die Deutsche Turnerschaft führen, star­ten die jungen Turner des Vereins erfolgreich bei vielen Veranstaltungen im Gebiet des damaligen Kreises Marienburg.

 

Am 9. Dezember 1931 wird folgender Vorstand gewählt:

Präsident: Christel Koch

Vizepräsident: Georg Tapper

Turnwart: Josef Kanne

Vizeturnwart: Theodor Lütje

Spielwart: Otto Meier

Schriftwart: Theodor Lütje

Vizeschriftwart: Ferdinand Hölscher

Kassenwart: Wilhelm Philipps

Vizekassenwart: Konrad Kohrs.

Dieser Vorstand bereitet in mehreren Verhandlungen den Beitritt des Vereins zur Deutschen Jugendkraft (DJK), der damals bedeutenden katholischen Sportorganisation vor, der durch Beschluss der Mitgliederversammlung am

2. Januar 1932 vollzogen wird.

Man bezeichnet das Geräteturnen als den Sport der "einsamen Männer". Es  ist eine Sportart, bei der nur derjenige zu Spitzenleistungen kommen kann,

der in früher Jugend mit dem Geräteturnen beginnt und in eiserner Arbeit an sich selbst immer dabei bleibt - eine Sportart, die sicherlich nicht jedem sportbegeisterten jungen Mann liegt. Sport begeistert aber jeden jungen Menschen - in den Jahren um 1930 vor allen Dingen die Mannschafts­spiele Fußball und Handball.

Überall suchte die Jugend nach Möglichkeiten Fußball und Handball zu spielen - auch selbstverständlich in Dingelbe.

Der Weitsicht des damali­gen Vorstandes des Turnvereins "Eiche" von 1912 e.V. Dingelbe ist es zu verdanken, dass diese Aktivität der Jugend vom Verein aufgefangen und so die Bildung eines zweiten Sporttreibenden Vereins in Dingelbe vermieden wird. Karl Helmer, Josef Wolf, Otto Meier und Josef Kanne kamen auf die Idee

e eine Handballmannschaft aufzustellen - ausschlaggebend für Handball war sicherlich, dass Karl Helmer schon in der Handballmannschaft des Josephi­nums mitspielte.

Josef Wolf Alfons Bormann Heinrich Köhler

Johannes Kluge Josef Kanne Josef Köhler

Josef Kanne Josef Köhler Alfons Bormann

Heinrich Köhler Johannes Kluge Josef Kanne

Josef Köhler Otto Meier Willi Wolf Karl Helmer

Theo Klene Heinrich Leinemann

das waren die ersten handballspielenden Sportler aus Dingelbe, die zu­nächst auf der Bruns'schen Wiese (hinter dem Hof von Willi Kaune) das "Toreschießen" übten. Lehrer Karl Eilers übernahm die Betreuung der Mann­schaft und das Training begann. Der Zulauf war groß und bald konnten 2 Mannschaften aufgestellt werden.

 

Am 3. Juni 1932 befasste sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins mit der erforderlichen Umstrukturierung des gesamten Vereins und beschloss, auch bei den Handballern bei den Vereinsfarben grün-weiß zu bleiben. Kassenwart Philipps erbrach eine von ihm eingerichtete Spar­büchse und förderte 8,50 RM zu Tage, der Betrag wurde durch Spenden auf 14,50 RM erhöht und man hatte das Geld für einen neuen Handball beisam­men. Verhandlungen wegen eines endgültigen Sportplatzes an der Klunkau liefen mit Hofbesitzer Willi Kaune und wurden am 18. August 1932 erfolg­reich abgeschlossen.

Am 18. und 19. September 1932 führt der Verein auf dem neuen Sportplatz bereits eine große Werbeveranstaltung durch. Es ist kaum zu glauben, aber Begeisterung und unermüdlicher Einsatz aller Vereinsmitglieder, unter­stützt von spendenfreudigen Bürgern (Franz Kanne schenkte dem Verein 2 neue Tore, Johannes Hartmann schenkte die 4 Eckpfosten, Josef Wolf und Karl Hagemann übernahmen den Anstrich usw.) machten es möglich, den Platz innerhalb weniger Wochen ordnungsmäßig herzurichten.

 

Hermann Ploppa, Josef Strube, Johannes Hillebrand und Theodor Lütje sind für die Gestaltung des Werbefestes verantwortlich.

Die Gerstenbergsche Zeitung berichtet über dieses Fest:  

Erfolgreiche Sportveranstaltungen, gut gelungene Feste, neue Sportstät­ten haben schon immer und werden auch künftig immer wieder einem sport­treibenden Verein neuen Schwung geben.

Am 27. September 1932 bildet der Verein für die Handball-Abteilung einen Spielausschuss, dem Lehrer Karl Eilers, Willi Kaune, Christel Koch und Heinrich Wolf  angehören und beschließt die Aufstellung von zwei Fußballmannschaften: Obmann für Fußball wird Willi Kaune. (Neben der starken Handballabteilung konnten die Fußballer nicht lange bestehen, die Mannschaften wurden aufgelöst.)

Der regelmäßige Spielbetrieb bringt immer neue Probleme, z. B. Wahl von Platzordnern (Fritz Lange, Johannes Hillebrand), Kassierern (Christel Koch, Hermann Ploppa, Wilhelm Philipps, Fritz Lange), Erlas einer Spielordnung usw.; ein, nach den Worten von Tischlermeister Josef Koch bei der Generalversammlung am 8. Januar 1933, "selbstlos und gewissenhaft" wirkender Vorstand löste sie alle.

Dingelbe wird im wahrsten Sinne des Wortes ein "Handballdorf". Mann und Frau, groß und klein trifft sich sonntags an der Klunkau, um "unsere" Handballer zu sehen. Es gab Zuschauerzahlen, von denen man heute nur träumen kann. Mit Grieses "Bierauto" fuhr man nach Wietze Peine Braun­chweig, Hann.-Münden usw. zu den Punktspielen der höchsten damaligen Spielklasse.

Der Handball bringt den Durchbruch zum "Großverein", der Verein, der bis 1932 im Durchschnitt immer 30 Mitglieder hatte, zählte am 8. Januar 1933 115 Mitglieder, davon 16 Jugendliche, man konnte optimistisch in die Zu­kunft sehen und wählte folgenden Vorstand:

Präses: Pastor Willke

Ehrenvorsitzender: Hauptlehrer Klene

Vor­sitzender: Christel Koch

Geschäftsführer: Lehrer Eilers

Turnwart: Josef Kanne

Spielwart: Otto Meyer

Schriftwart: Theodor Lütje

Kassenwarte: Johannes Hillebrand und Konrad Kohrs

Ballwart: Kon­rad Nordmann

Platzwarte: Johannes Hillebrand und Fritz Lange.

Am Tage dieser Generalversammlung wusste man noch nichts vom "Reichs­sportführer", von der amtlichen Umbenennung der Turner, Handballer, Fußballer in Wett-Kämpfer", von der Auflösung der Sportverbände, vom Weg­fall der Vorstandswahlen auf Grund des "Führerprinzips", von der ein­heitlichen Reglementierung der Sportausübung mit Unterstützung der Polizei usw.; das alles erfuhren die Mitglieder des Vereins bei der letzten Versammlung, über die noch ein Protokoll geführt wurde, am 1. August 1933 in der Gaststätte Himstedt.

Man konnte den Sportbetrieb nicht mehr selbst planen und durchführen, man "hatte" teilzunehmen, wie z. ß. an den Veranstaltungen des Sport­monats September 1933·

Die Hoffnung, den Verein als Abteilung der DJK weiterzuführen, wird durch die staatliche Auflösung aller Verbände und Vereine im Jahre 1934 zu­nichte gemacht; der Oberlandjäger aus Nettlingen beschlagnahmt den Kas­senbestand von 33,77 RM beim Kassenwart; es gab in Dingelbe zwar noch eine sportausübende Jugend, aber keinen Verein im alten Sinne mehr. Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und des Reichsarbeitsdienstes führt zur Einberufung des größten Teiles der aktiven Sportler, der Platz an der Klunkau muss aus "ernährungswichtigen" Gründen umgepflügt werden.

Obwohl kein Verein mehr besteht, tragen die Sportler aus Dingelbe auch in den kommenden Jahren, auch während des Krieges, bei den Sportveran­staltungen die grün-weißen Trikots des Turnvereins "Eiche" von 1912 e.V. Dingelbe.

Das Schwergewicht liegt bei den leichtathletischen Sportwett­kämpfen in Söhlde, Ottbergen und Garmissen, es wird aber auch Handball gespielt.

Alle, die damals mit dabei waren, werden sich u. a. noch an das Hand­ballspiel gegen Garmissen auf dem Wöhler Sportplatz unter der Leitung von Wilhelm Philipps oder an die Erfolge beim Bezirkssportfest im Jahre 1943 in Ottbergen erinnern.

Sieger im Dreikampf: Josef Grove, Paul Jelonek, Rudi Hartmann, l.500 m Lauf: Donath Grove und Theo Lange

3.000 m Waldlauf: Paul Jelonek).

Die hier begründete Sportkameradschaft führt nach 1945 dazu, dass von Dingelbe die ersten Impulse zum Neubeginn der sportlichen Tätigkeit im Landkreis Marienburg ausgehen.

Die Situation 1945 war wesentlich schwieriger als nach dem

1. Weltkrieg. Als Organisation existiert der Turnverein "Eiche" von 1912 e.V. Dingelbe seit 1934 nicht mehr, der größte Teil der aktiven Sportler ist noch in Kriegsgefangenschaft, die menschliche Not ist groß, es war anzunehmen, dass jeder nur mit seinen Problemen beschäftigt und an anderen Dingen nicht interessiert war.

Josef Grove, Willi Küster und Rudi Hartmann beginnen im Juli 1945 mit dem Aufbau einer Handballmannschaft. Das gelingt sehr schnell, da man noch von 1943 her untereinander Kontakt hatte. Man beginnt auf dem Schul­sportplatz (auf dem jetzigen neuen Friedhof) Handball zu spielen ­selbstverständlich unter Beachtung der Vorschriften der Militärregierung.

"a) Trainingsspiele müssen vom örtlichen Kommandanten gestattet sein

 b) bei Wettspielen sind keine Zuschauer zugelassen (nur die Mitglieder der beteiligten Vereine dürfen teilnehmen),

c) Wettspiele müssen vorher vom örtlichen Kommandanten ge­nehmigt werden".

Nach den Vorschriften der Militärregierung konnte man sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass der zwangsweise aufgelöste Verein ohne Formali­täten wieder mit der Arbeit beginnen konnte, es mussten zunächst verant­wortliche Bürger für die Leitung des Vereins gefunden werden, die von der Militärregierung akzeptiert wurden - es musste also eine "Neugründung" vollzogen werden.

Mit Rundschreiben an sämtliche sportinteressierten Bürger der Gemeinde vom 1. Oktober 1945 lädt Rudi Hartmann zu einer Gründungsversammlung am 3. Oktober 1945 in die Gaststätte Lütje ein. Der von der Militärregierung eingesetzte Kreissportbeauftragte konnte wegen Benzinmangel nicht kommen, so müssen Georg Tapper und Rudi Hartmann die Versammlung leiten.

Die anwesenden 45 Bürger wählen folgenden Vorstand:

Vorsitzender: Georg Tapper

stellv. Vorsitzender: Franz Kanne ,

Kassierer: Konrad Köhler

Schriftführer: Rudi Hartmann

bera­tende Mitglieder: Hauptlehrer Klene, Hermann Ploppa, Christel Koch, Heinrich Holze, Willi Küster, Konrad Hartmann (Kupfer­schmied), Fritz Wunram und Wilhelm Philipps.

Das Amt des Turnwartes übernimmt Georg Tapper, das Amt des Sportwartes Eberhard Hinsemann.

Bereits am 7. Oktober 1945 verabschiedet der Vorstand in einer Sitzung , in der man eine halbe Stunde wegen Stromsperre im Dunkeln saß, die von Rudi Hartmann ausgearbeitete neue Vereinssatzung und beschließt, den Antrag auf Vereinsgenehmigung bei der Militärregierung zu stellen.

Für den Aufbau und die weitere Arbeit des Vereins werden drei wichtige Beschlüsse gefasst:

1. Wiederaufnahme der Turnabende im Saal der damaligen Gaststätte Kanne

2. Durchführung einer Mitgliederwerbung in allen Haushaltungen der Gemeinde

3. Aufnahme von Verhandlungen wegen erneute Anpachtung des Sportplatzes an der Klunkau.

Obwohl die Mitgliederwerbung sehr mühsam war, die Vorstandsmitglieder mussten von Haus zu Haus gehen und in dieser Zeit, in der niemand gern etwas unterschrieb, schriftliche Beitrittserklärungen fordern, gab es einen kaum erwarteten Erfolg, die nachstehend aufgeführten 89 Einwohner erklärten ihren Beitritt zum Verein:

Aktive Mitglieder:

Josef Grove, Rudi Hartmann, Rudolf Hartmann, Eberhad Hinsemann, Ewald Kanne, Rudolf Kiel, Gerhard Köhler, Willi Küster, Paul Jelonek, Herbert Warmhold, Rudolf Wittenberg, Rolf Wiesenhütter

Josef Wolf (Schlachter), Herbert Bastian, Werner Bludau, Hubert

Ernst, Karl-Josef Gärmeershausen, Donato Grobe, Heinz-Wilhelm Haupt, Josef Kaune, Ludolf Kaune, Hubert Koch, Theo Lange, Heinrich Lange, Walter Ludwigkeit, Franz Köhler, Friedrich Kanne, Wilhelm Ziegen­bein, Karl-Heinz Röhrig, Heinrich Henze, Alfred Wichmann, Hans Dirks.

Passive Mitglieder

Willi Baule, Johannes Deppe, Heinrich Finkelmann, Josef Finke, Konrad Garbs, Heinrich Hartmann (Schneider), Willi Hagemann, Josef Heine, Ferdinand Hölscher, Franz Kanne (Stellmacher), Willi Kaune (Landwirt), August Klene, Johannes Kluge, Christel Koch, Heinrich Koch, Bernhard Koch, Konrad Köhler, Wilhelm Küster

, Herbert Mehler, Alois Mehler, Wilhelm Philipps, Leo Steinke,

Heinrich Strube (Landwirt), Christel Strube, Georg Tapper, Hermann Ploppa, Josef Wolf, Fritz Wunram, Theodor Dettmer, Willi Griese, Theodor Grove, Konrad Hartmann (Getreidehandlung), August von Hermanni, Wilhelm Helmer, Ernst-August Helmer

, Theodor Holze, Karl Kanne (Fuhrunternehmer), Bernhard Koch (Friseur), Ferdinand Köhler, Josef Stuke (Schmied), Josef Wichmann, Fritz Wolpers, Rudolf Kreutzkamp, Franz Hagemann, Otto Staschik, Franz Starke, Clemens Wolf, Josef Grove sen., Reinhold Kanne, Konrad Hartmann (Kupferschmied), Hubert Franke, Theodor Maxen, Josef Strube, Josef Wolf (Schneider), Alfons Bor­mann, Josef Kanne, Heinrich Holze.